Anthroposophischer Studienkurs
Die Welt der Toten
und ihre Bedeutung für die Lebenden
Zeit | jeden Donnerstag 18.00–19.00 Uhr
Arbeit an der „Theosophie“ Rudolf Steiners
Zeit | jeden Donnerstag 19–20 Uhr
Leben mit den Toten
Zeit | jeden Donnerstag 20–21 Uhr
Die okkulten Hintergründe des Weltgeschehens
Ort | Rudolf Steiner Haus, Mittelweg 11–12
Dauer | fortlaufend
Kosten | freiwilliger Beitrag
Anmeldung | nicht erforderlich | Einstieg jederzeit möglich
Auskunft und Anmeldung | Hans Bonneval
Tel. 040-27076-502 mo–fr 10–16 Uhr
E-Mail: bonneval@denkschule-hamburg.de
Die Welt der Toten ist die geistige Heimat aller Menschen. Man bedenke, daß wir durchschnittlich etwa alle tausend Jahre ein Erdenleben durchlaufen, das heute im Regelfall 70 bis 80 Jahre dauert. Nach dem Tode wird der Mensch Bewohner des Kosmos, indem er über viele Jahre zunächst sein vergangenes Erdenleben noch einmal erlebt – aber diesmal aus umgestülpter Perspektive: Er erlebt nicht noch einmal, wie er im Erdenleben erlebte, nämlich als ein Zentralwesen, welches die Welt um sich herum wußte. Sondern dann ist er Umkreis und erlebt die Welt in sich. Und zwar gewahrt er nun in rückwärtiger Reihenfolge, was die Umwelt an ihm im Leben erlebte – ihre Motive und Reaktionen. Er erlebt die andere Hälfte seines Lebens. Und indem er nun beide Seiten kennt, faßt er daraus Entschlüsse und Pläne für ein nächstes Leben. Aber diese Pläne sind nicht egoistischer Natur, wie sie es im Leben auf der Erde gewöhnlich sind, sondern sie entstehen im Anblick der Ziele der Menschheitsentwicklung, im Anblick der Schöpfungs-Absichten. Sie entstehen unter den moralischen „Naturgesetzen“ der geistigen Welt.
Bei dieser Aufarbeitung und Auswertung des vergangenen Lebens dehnt sich der nun Umkreis gewordene Mensch immer weiter aus – zunächst bis zur Bahn des Mondes, dann bis zur Venus, zu Merkur, Sonne, Mars, Jupiter und endlich bis zum Saturn. Er wird Kosmos. Dabei lernt er die Wesen des Kosmos, die verstorbenen Menschen, die Engel, die Erzengel, die Archai und alle Wesen der sogenannten Hierarchien kennen. Ebenso trifft er die ahrimanischen und die luziferischen Hierarchien und dazu die vielen Arten von Elementar- und sonstigen Wesen. Er lebt in dem, was als Geist, als Idee, als Ursache, als Urbild hinter der physischen Welt tätig ist, um diese hervorzubringen.
Dabei hat der Verstorbene auch die Aufgabe, über seine Hinterbliebenen auf der Erde an dem Erdengeschehen mitzuwirken. Denn vieles, wie z. B. Regelungen für das Soziale auf der Erde, kann nur ein Verstorbener, der schon längere Zeit tot ist, in besonders zutreffender Weise entwickeln. Lebende sind dazu kaum wirklich in der Lage. Dazu z. B. brauchen wir die Toten. Aber leider weiß dies niemand. Denn die Toten sind, um auf der Erde ihre segensreichen Wirkungen hervorzubringen, angewiesen auf solche Hinterbliebenen, die sich auf geisteswissenschaftlicher Grundlage mit der Welt der Toten befassen und daher mit ihren Toten rechnen und aktiv die Verbindung suchen. Da es solche Menschen in den letzten Jahrhunderten immer weniger gegeben hat, haben sich die sozialen Zustände auch nicht zum Guten gewendet. Rudolf Steiner weist besonders darauf hin, daß der erste Weltkrieg auch deshalb nicht vermieden werden konnte, weil die Toten nicht am Erdengeschehen mitwirken konnten.
Dies ist eines von vielen Beispielen, die nahelegen, die Verbindung zu unseren Toten zu suchen und zu pflegen.
Hans Bonneval |